Interview mit Soeren Hentzschel - admin deutschspr. Firefox-Forum / Mozilla Alumnus

Lieber Sören, herzlichen Dank für deine Zustimmung zu diesem Interview – hier also die Fragen an Dich:

 

1) Welche Betriebssysteme hast du bisher verwendet und bei Welchen/Welchem bist du „hängen geblieben“?

Wie die meisten habe ich mit Windows gefangen. Von Windows 98 bis einschließlich Windows 7 habe ich ausnahmslos jede Windows-Version für den Desktop genutzt. Im Jahr 2010 bin ich auf Apple macOS umgestiegen und etwas anderes kommt für mich seit dem nicht mehr in Frage. Das sage ich, während damals Windows 8 und jetzt Windows 10 auf einem Parallel-System durchaus vorhanden, mir also nicht unbekannt sind. Vor allem kann man ein Betriebssystem ja nicht isoliert betrachten, das Nutzungserlebnis hängt zwangsläufig auch mit der Hardware zusammen. Und gesamt-betrachtet, d.h. Hardware + Software + Zusammenspiel zwischen beidem, habe ich bislang noch keine Konkurrenz zum MacBook Pro und macOS gesehen.

Auf dem Smartphone habe ich immer Android genutzt. Ich habe zwar auch ein paar Geräte mit Firefox OS, aber das primär genutzte Smartphone lief immer mit Android. Auf meinem Fernseher läuft Firefox OS.

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2) Sag mal... wie wird man denn offizieller Mozilla Repräsentant bzw. Alumnus?

Ich war zu dem Zeitpunkt, als ich ein Mozilla Rep wurde, bereits ein sehr aktiver Teil der Community. Mein Engangement für Mozilla hat sich langsam aufgebaut und wurde dann mit der Zeit mehr und mehr. Irgendwann war es der logische nächste Schritt, dem Reps-Programm beizutreten. Also hatte ich mich dafür beworben und meine Bewerbung wurde schließlich auch angenommen.

Alumnus zu werden war dann einfach, denn Alumnus bedeutet ja nichts anderes als "Ehemaliger" - ich bin nach drei Jahren aus Zeit-Gründen aus dem Reps-Programm ausgestiegen. ;) Es handelt sich dabei ja nicht nur um eine Rollen-Bezeichnung, mit der man sich schmücken darf. Man hat auch Pflichten wie das monatliche Erstellen von Berichten über seine Reps-bezogenen Aktivitäten. Auch das Organisieren von Events ist etwas, was eine typische Aufgabe eines Reps wäre, wofür ich aber nicht die Zeit hatte.

Mir ist an dieser Stelle aber wichtig hervorzuheben, dass man kein Rep sein muss, um etwas beizutragen. Es gibt so viele Möglichkeiten zu helfen, sei es durch Übersetzungen oder durch Support, wenn andere Nutzer Schwierigkeiten haben. Jede noch so kleine Hilfe ist eine Hilfe und erfordert keine bestimmte Rolle. Und Helfer kann die Mozilla-Community nie genug haben. Man verpflichtet sich auch zu nichts. Man hilft dann, wenn man helfen kann, sonst eben nicht.

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3) Du hast ja u.a. das Firefox Add-on New Tab Override bereit gestellt. Wie siehst du die weitere Entwicklung bei der Tab-Funktionalität im Firefox?

Das hat mehrere Seiten. Was den Standard-Funktionsumfang betrifft, ist alles gut und nun bekommt Firefox sogar die Möglichkeit, mit mehreren Tabs gleichzeitig zu interagieren, d.h. mehrere Tabs markieren und zum Beispiel schließen zu können, was für Nutzer mit vielen Tabs eine echte Bereicherung sein kann.

Was die Erweiterungs-Seite betrifft, ist es etwas frustrierend, dass gerade der Anwendungsfall "neuer Tab" noch immer ein paar Schwächen hat, was sich natürlich auch negativ auf meine Erweiterung New Tab Override auswirkt. Das ist für mich als Entwickler der Erweiterung vermutlich noch schlimmer als für die Nutzer, weil ich die Schwachstellen ja kenne und gerne lösen würde. Aber Mozilla hat seine eigenen Prioritäten und damit muss man eben leben.

Grundsätzlich ist es ja schon so, dass Mozilla auch im Bereich der Tab-Funktionalität für Erweiterungen viel tut. In den letzten Firefox-Releases gab es immer auch weitere Möglichkeiten für Entwickler hinsichtlich Tabs. In Firefox 61 wird das auch wieder so sein. Beispielsweise können Erweiterungen ab Firefox 61 Tabs ausblenden, was auch für einige Erweiterungen wichtig ist. Insofern muss man da auch Geduld haben. Die WebExtension-Architektur wird mit ausnahmslos jedem Major-Release von Firefox mächtiger und das wird auch in Zukunft so sein. Die Entwicklung ist mit Veröffentlichung von Firefox Quantum nicht stehen geblieben, dessen sollte man sich bewusst sein. Wer den offiziellen Blog von Mozillas Add-on-Team verfolgt, bekommt ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie viele Neuerungen es alle sechs bis acht Wochen für Erweiterungs-Entwickler gibt. Es tut sich wirklich viel. Dass die Ressourcen begrenzt sind und nicht alles so schnell umgesetzt werden kann, wie man es gerne hätte, versteht sich auch von selbst.

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4) Du begleitest Mozilla-Firefox ja seit den Anfängen. Wie könnte „Firefox“ aus deiner Sicht im Jahr 2030 aussehen?

Das lässt sich nicht so einfach sagen. Das hängt ja vor allem übergeordnet auch davon ab, wie sich das ganze Internet, aber auch unsere Gesellschaft in dieser Zeit wandelt. Das Jahr 2030 ist jetzt einfach noch zu weit in der Zukunft.

Beispiel Virtual/Augmented/Mixed Reality: das ist ein Thema, welches uns die nächsten Jahre definitiv beschäftigen wird. Mozilla ist in diesem Bereich sehr aktiv und arbeitet mit Firefox Reality an einem eigenen Browser nur dafür. Vielleicht wird das auch im Jahr 2030 noch so sein, dass wir einen klassischen Desktop-Browser auf der einen und Firefox Reality auf der anderen Seite haben. Vielleicht spricht dann kein Mensch mehr darüber. Vielleicht ist das, was Firefox Reality bietet, im Jahr 2030 aber auch die ganz normale Benutzung eines Browsers und es gibt nur noch VR-Browser. Wie Firefox im Jahr 2030 aussieht, das hängt von Faktoren ab, die Mozilla nicht beeinflussen kann. Wichtig ist nur, dass Mozilla den Markt gut beobachtet und Lösungen parat hat, wenn Lösungen gefragt sind.

Allgemein gehe ich aber davon aus, dass eine Entwicklung, die bereits stattfindet, noch stärker werden wird: mehr spezialisierte Produkte. Wir haben den klassischen Firefox für den Desktop, für Android, für iOS. In den letzten Jahren sind aber weitere Browser-Produkte bei Mozilla entstanden: Das eben angesprochene Firefox Reality für VR, Firefox Focus / Firefox Klar als spezialisierter Privatsphäre-Browser, Firefox Rocket als spezialisierter Browser für den indonesischen Markt, Firefox für das Fire TV als spezialisierter Browser für den Fernseher.

Ich glaube nicht, dass Mozillas Erfolg, gerade mobil, darin bestehen wird, einen einzelnen Firefox-Browser zu haben, der alle Nutzer versucht anzusprechen. Vor allem auf dem Smartphone, da haben die Nutzer Chrome installiert und gar nicht den Bedarf an einem anderen Browser, das ist einfach eine andere Situation als am Desktop. Damit wird Mozilla auf keinen relevanten Marktanteil kommen. Mozillas Erfolg wird meiner Ansicht nach darüber gehen, gezielte Lösungen für bestimmte Nutzer-Anforderungen zu haben. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt: Es gab da zum Beispiel mal eine experimentelle App, die auf den Namen Prox hörte und basierend auf dem Standort des Nutzers Vorschläge für interessante Orte gemacht hat. Leider arbeitet Mozilla derzeit nicht mehr daran, das ist aber eine extrem spannende Idee. Nutzer konsumieren auch sehr viele Videos, also könnte man sicher auch im Bereich eines spezialisierten Video-Browsers etwas tun. Solche Dinge meine ich mit "mehr spezialisierte Produkte". Das erwarte ich für die Zukunft von Mozilla - das Produkt, oder besser: die Produkte, müssen am Ende auch nicht zwangsläufig Firefox im Namen tragen.

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5) Du kennst sicher das „Pale Moon project“. Wie stehst du dazu?

Wem etwas an seinem System liegt, der nutzt vermutlich nicht Pale Moon. Das wäre alleine aus Gründen der Sicherheit absolut unverantwortlich. Grundsätzlich haben alle Firefox-Derivate das Problem, Sicherheitslücken erst schließen zu können, nachdem Mozilla vorgelegt hat - und die Sicherheitslücken potentiellen Angreifern bekannt sind. Ich würde vielleicht den Tor-Browser aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Mozilla ausklammern, das ist aber sowieso ein seriöses und professionelles Projekt und kein klassisches Derivat. Die meisten Derivate sind ganz einfach Hobby-Projekte und als solche muss man sie auch sehen.

Ein Hobby-Bastler ist definitiv nicht in der Lage, die Sicherheit für eine so alte Code-Basis, wie sie Pale Moon bedauerlicherweise nun einmal nutzt, zu gewährleisten. Das sagt einem bereits der gesunde Menschenverstand, dass das nicht möglich ist. Browser-Hersteller bezahlen nicht grundlos so viele Menschen, die sich nur um die Sicherheit kümmern. Und Sicherheit hört ja nicht beim Schließen von Sicherheitslücken auf. Eben weil Pale Moon unter der Haube so antiquiert ist, fehlen Pale Moon auch sämtliche Verbesserungen der allgemeinen Sicherheits-Architektur. Das heißt, selbst wenn keine Sicherheitslücken vorhanden wären (was extrem unwahrscheinlich ist), würde Pale Moon von der Sicherheit her niemals auch nur ansatzweise auf einer Stufe mit einem ernstzunehmenden Browser stehen.

Diese hoffnungslos veraltete Basis von Pale Moon bringt noch ein ganz anderes Problem: Web-Kompatibilität. Und ist das nicht das A und O für wirklich jeden Browser? Webstandards der letzten Jahre kann Pale Moon nicht. Das heißt, dass potentiell täglich mehr Webseiten nicht mehr korrekt dargestellt werden können - weniger werden es in jedem Fall nicht. Gerade die relativ neuen Entwicklungen wie Flexbox und Grids sind so ein großer Segen für Webentwickler (und ich weiß, wovon ich spreche, das ist mein Beruf), dass davon immer stärker Gebrauch gemacht wird.

Geschwindigkeit ist auch so ein Thema. Gerade seit Firefox Quantum ist Firefox so schnell. Pale Moon ist nicht nur mess-, sondern auch spürbar langsamer als Firefox. Man merkt eben, dass da Jahre an Optimierungen fehlen.

Und letztlich das Thema Add-ons. Wer behauptet, er würde Pale Moon nutzen, weil Firefox angeblich so wenige Add-ons unterstützt, macht sich unglaubwürdig. Ja, Firefox unterstützt seit Firefox Quantum nur noch WebExtensions, weder XUL-basierte Add-ons noch SDK-basierte Erweiterungen. Das sind Stand heute immerhin mehr als 10.000 Erweiterungen und es werden täglich mehr. Wo genau macht es Pale Moon jetzt besser? Pale Moon unterstützt XUL-basierte Erweiterungen. Pale Moon unterstützt keine WebExtensions und hat vorher schon keine SDK-basierten Erweiterungen unterstützt. Das heißt, ein Großteil der Firefox-Erweiterungen wird von Pale Moon ebenfalls nicht unterstützt. Die WebExtensions-Architektur wird von Firefox-Version zu Firefox-Version immer mächtiger, d.h. Firefox-Erweiterungen können immer mehr tun, während bei Pale Moon keine Entwicklung stattfindet. Ganz im Gegenteil: die Zahl der Erweiterungs-Entwickler, die sich um Pale Moon kümmern, dürfte an einer Hand abgezählt werden können. Alle neuen Erweiterungen (und es gibt mittlerweile richtig tolle WebExtensions) wird es für Pale Moon nie geben.

In wenigen Monaten kommt das Ende von Firefox ESR 52 und damit kommt auch das Ende der Legacy-Erweiterungen auf addons.mozilla.org, d.h. Pale Moon-Nutzer haben dann auch keine Möglichkeit mehr, Erweiterungen herunterzuladen, außer Pale Moon stellt seine eigene Plattform bereit, was meines Wissens auch geplant ist. Aber dann ist das Problem trotzdem, dass kaum ein Erweiterungs-Entwickler dort seine Erweiterungen hochladen wird. Es wird auch kaum ein Entwickler für Pale Moon und nicht für Firefox entwickeln und für beide Browser bräuchte es komplett unterschiedliche Erweiterungen. Es ist also vollkommen ausgeschlossen, dass ein Entwickler mit einer Erweiterung Firefox und Pale Moon gleichzeitig abdecken kann, es müsste für eine neue Erweiterung ein enormer Mehraufwand nur für Pale Moon betrieben werden.

WebExtensions sind außerdem nicht die Grenze von Firefox. Mittels userChrome.css und User-Scripts können Firefox-Nutzer nach wie vor Firefox nach Biegen und Brechen verändern. Das wird im Forum von camp-firefox.de tagtäglich praktiziert. Wenn eine WebExtension etwas nicht kann, ist die Chance groß, dass es per Script und/oder userChrome.css trotzdem geht. Kein Witz: man kann sogar Firefox Quantum exakt so aussehen lassen wie Firefox 4 mit organgefarbenen Menü-Button oben links usw. Es soll also niemand behaupten, Firefox-Nutzer wären bezüglich Design so schlimm eingeschränkt, es stimmt einfach nicht. Und damit haben Firefox-Nutzer wirklich alle Möglichkeiten, während Pale Moon-Nutzer in ihren Freiheiten beschränkt werden, weil dort erstens keine aktuellen Erweiterungen funktionieren (aktuelle Erweiterungen sind natürlich Trumpf gegenüber Erweiterungen von vor fünf Jahren) und zweitens viele der User-Scripts, die für aktuelle Firefox-Versionen erstellt werden, ebenfalls nicht, was wieder im hoffnungslos veralteten Unterbau von Pale Moon begründet ist.

Die Sinnhaftigkeit von Firefox-Derivaten kann grundsätzlich angezweifelt werden. Aber die Entscheidung für Pale Moon ist mit weitem Abstand die schlechteste Entscheidung, die jemand treffen kann. Da ist jeder andere Fork die bessere Wahl. Auch die Wahl eines ganz anderen Browsers wie Chrome oder ein darauf basierender Ableger, der überhaupt nichts mit Firefox zu tun hat, ist die klar bessere Wahl als Pale Moon. Das muss man so deutlich sagen.

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6) Findest du, dass Entwickler/User in Tech-Foren ausschließlich über technische Details kommunizieren sollten und zwischenmenschliche Aspekte zu vernachlässigen sind?

Zwischenmenschliche Aspekte sind nie zu vernachlässigen. Inwieweit das Platz in einem Forum hat, kommt natürlich immer auch auf das Forum und seine Nutzer an. Aber grundsätzlich sehe ich schon einen Bedarf, sich auch über Themen abseits der Technik zu unterhalten. Die meisten Foren-Nutzer sind ja auch ganz normale Menschen mit ganz normalen Interessen. Und gerade, wenn man ein aktiver Teil einer bestimmten Community ist, kann daraus das Bedürfnis entstehen, sich mit genau diesen Nutzern auch über andere Themen zu unterhalten, weil man diese Leute dann mehr oder weniger "kennt" und sich für ihre Meinung auch zu anderen Dingen interessiert.

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7) Wie gehst du mit Troll-Kommentaren um, wie unterscheidest du persönlich gegenstandslose Provokation von sachbezogener Kritik?

Die Unterscheidung ist nicht schwierig, weil es offensichtlich ist. Jeder hat das Recht auf eine freie Meinungsäußerung und wenn jemand etwas blöd findet, ist das grundsätzlich erst einmal genauso legitim, wie etwas gut zu finden. Nur ganz egal, ob nun gut oder schlecht, man muss in der Lage sein, seine Meinung begründen zu können. Es muss irgendeine Substanz hinter dem geben, was jemand schreibt. Das ist wie schon damals in der Schule beim Mathe-Unterricht: das Ergebnis ist gar nicht das Alles-Entscheidende, den Großteil der Punkte gibt es für den Lösungsweg. Und auf Kommentare bezogen liegt genau hier der Unterschied zwischen gegenstandsloser Provokation und sachbezogener Kritik. Wenn man erklären kann, wieso man etwas doof findet, ist doch alles gut. Nur wem es einfach um Getrolle und Provokation geht, der kann genau das eben ganz oft nicht. Fakten werden dann häufig entweder geleugnet oder einfach ignoriert, auf Geschriebenes wird nicht eingegangen oder bewusst verdreht. Spätestens, wenn jemand auf einen Troll-Beitrag reagiert und der Verfasser des zweifelhaften Beitrages dann auf die Reaktion reagiert, enttarnt sich jeder Troll. Aber wenn jemand argumentieren kann, ist seine Meinung auch nicht angreifbar. Ganz im Gegenteil, dann fällt es anderen auch leicht, die Meinung als Meinung zu respektieren, selbst wenn die anderen es komplett anders sehen.

Für den Umgang damit gibt es verschiedene Ansätze. Auf meinem Blog gibt es eine Freischaltung von Kommentaren und damit überhaupt keine Präsentationsmöglichkeit für Trolle. Trollwiesen gibt es mehr als genug andere im Web, da muss ich keine weitere bieten, und meine treuen Leser sind mir dankbar dafür, dass es in der Kommentarsektion meines Blogs ein gewisses Niveau gibt, wie mir immer wieder bestätigt wird.

Für ein Forum wie das von Camp Firefox ist das kein praktikabler Ansatz, da ist jeder Beitrag automatisch freigeschaltet. Normalerweise versuche ich es da auch immer mit Argumenten und wie man es nicht anders erwarten würde, führt das bei Menschen, die von Anfang an nicht sachlich an ein Thema herangehen, nur selten zum Erfolg.

Was aus meiner Sicht wichtig in diesem Fall ist: man sollte nie versuchen, einen Troll vom Gegenteil einer Sache zu überzeugen, das wird zu nichts führen. Vor allem sollte es in einer Diskussion sowieso nie darum gehen, anderen die eigene Meinung aufzudrücken. Andere Meinungen sind ja okay. Für mich geht es immer um die Argumentation. Ich bin ein Mensch, der sehr großen Wert auf Fakten und guten Argumentationsketten legt. Ist die Argumentation gut, ist in Bezug auf die Themen, über die ich schreibe, jede Meinung okay.

Wie ich mit solchen "problematischen Beiträgen" im Forum umgehe: Mit Argumenten darauf eingehen, haltlose Behauptungen widerlegen, den Gegenüber durch eigene sachliche und belegbare Inhalte praktisch dazu zwingen, selbst Argumente zu bringen. Und dann kommt es wieder zu dem, was ich bereits weiter oben sagte und als Selbstenttarnung des Trolls bezeichnete. Spätestens an dem Punkt erkennt jeder neutrale Besucher die Absicht des Störers und es hat für mich keinen Sinn, weiter mit Argumenten zu versuchen, etwas zu erreichen, was nicht erreicht werden kann. Da habe ich dann kein Problem, ein Thema einfach loszulassen und nichts weiter dazu zu schreiben.

Von Anfang an nichts dazu zu schreiben und einem Troll überhaupt keine Aufmerksamkeit zu schenken, ist übrigens ein weiterer Ansatz, der sehr gut funktionieren kann. Das funktioniert in der Praxis im Forum von Camp Firefox leider weniger gut, weil es immer mindestens einen gibt, der einsteigt und dann hat sich das mit dem Nicht-Schenken von Aufmerksamkeit direkt erledigt. Und bevor es dann von zwei Seiten unsachlich wird, versuche ich es mit Fakten und Argumenten, damit auch aus einem unsachlichen Thema am Ende des Tages zumindest noch irgendein sachlich korrekter Inhalt mitgenommen werden kann.


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8) Du bist ja ganz offensichtlich Fußball-Fan. Das von dir gegründete Fußballportal mit eigener Online-Simulation steht bezeichnend dafür. Hast in dieser Richtung noch Software-Entwicklungen am Laufen?

Die Online-Simulation meiner Fußball-Seite ist eine Eigenentwicklung unserer Seite, die stetig verbessert wird. Die Software-Entwicklung ist da also aktiv am Laufen. Ich selbst habe mich aus der Entwicklung für diese Seite aber zurückgezogen und bin froh, kompetente Leute im Team zu haben, welche das Projekt vorantreiben. Ich finde es nach wie vor spannend, Fußball mit Entwicklung zu verbinden und ich hätte große Freude daran, mich da aktiv in die Entwicklung einzubringen, aber letztlich hat auch mein Tag nur 24 Stunden und wenn man sowohl Arbeit als auch Privatleben und dazu noch viele Ideen und Interessen hat, dann muss man Aufgaben abgeben. Alles andere wäre nicht sehr gesund.

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Nochmals Danke Sören, insbesondere für den Umfang und deine Sorgfalt bei der Beantwortung der Fragen :)

andreas für offene-quellen.org